Neuartiges Angebot im Wohnpark am Schloss der St. Elisabeth-Stiftung

Betreuungsgruppe für Demenzkranke trifft sich jeden Donnerstag

BAD WALDSEE - Gedächtnislücken im Alter sind normal. Treten zudem Persönlichkeitsverlust, Orientierungslosigkeit, Stimmungsschwankungen und körperlicher Abbau auf, könnte es sich um Alzheimer handeln - die bekannteste und häufigste Demenzerkrankung. Für die Angehörigen bedeutet jede Art von Demenz eine Herausforderung, weil die Patienten auf ständige Hilfe angewiesen sind. Die Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung bietet eine spezielle Betreuungsgruppe für Demenzkranke, die sich donnerstags im Wohnpark am Schloss trifft.

Alzheimer und viele andere Demenzerkrankungen sind auf dem Vormarsch. Sie rühren von einem langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und Nervenkontakten, der vor allem jene Abschnitte des Gehirns betrifft, die für Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit wichtig sind. Die Betroffenen spüren ihren geistigen Abbau. Daher sind Zuwendung, angemessener Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten, Aktivierung, Wertschätzung und Akzeptanz durch die Angehörigen sehr wichtig.

"Wir verfolgen zwei Ziele: Die Patienten betreuen und die Angehörigen entlasten", beschreibt Manuela Sczech, Leiterin der Tagespflege des Wohnparks am Schloss, zu der die Betreuungsgruppe gehört. Neben Manuela Sczech wird die Gruppe von den beiden Pflegefachkräften Sonja Bährle-Laub und Gertrud Roth geleitet. In der Betreuungsgruppe wissen Angehörige ihre Patienten sicher aufgehoben und können an einem Nachmittag pro Woche durchatmen. Viele Angehörige fühlen sich durch die dauerhafte Betreuung der Demenzkranken strapaziert.

Die Gruppe ist offen für Patienten aller Demenz-Arten, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Der Austausch mit anderen Betroffenen bietet in jedem Fall Abwechslung und Zerstreuung. "Der Alltag von Demenzpatienten ist oft ziemlich einseitig", erklärt Manuela Sczech. In der Betreuungsgruppe werden einfache geistige und körperliche Übungen gemacht, die nicht überfordern, sondern motivieren. Der Gedanke, banale Dinge nicht mehr zu beherrschen, quält Betroffene im Alltag. In der Gruppe erfahren sie, wozu sie noch in der Lage sind.

Nach der Begrüßung gibt es Aktivitäten, Gedächtnisübungen, Spiele, Basteln oder Singen. Spaziergänge und Gymnastik werden, wie die geistige Beweglichkeit, ebenfalls regelmäßig gefördert. Zur Gruppenaktivierung kommt Einzelbetreuung hinzu. Gemeinsames Kaffeetrinken beendet jeden Nachmittag. Auch körperlich behinderte und geschwächte Menschen sind in der Gruppe gut aufgehoben. Der Wohnpark am Schloss verfügt in der Tagespflege über einen Rollstuhl, gespendet vom PMZ Sanitätshaus. Der Nachmittag kostet pro Teilnehmer 15 Euro, mit Fahrdienst 18 Euro. Die Betreuungsgruppe sucht ehrenamtliche Mitarbeiter. Voraussetzungen sind Zeit und Einfühlungsvermögen im Umgang mit älteren Menschen. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Helfer pro Nachmittag acht Euro.

INFO: Die Betreuungsgruppe für Demenzkranke trifft sich jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr im Gemeinschaftsraum der Betreuten Wohnanlage. Interessierte sollten sich anmelden bei Manuela Sczech, Telefon 07524 906-445. Schnuppernachmittage sind kostenlos und unverbindlich möglich.

Gesellschaftsspiele gehören zum Programm in der Betreuungsgruppe für Demenzkranke. Foto: Claudia Flassak