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Die St. Elisabeth-Stiftung informiert: Neue Regelungen der Gesundheitsreform strapazieren auch die Familienpflege |
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Mehr als 30.000 Einsatzstunden für Familien in Oberschwaben |
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KREIS RAVENSBURG - Wenn Mama ins Krankenhaus oder in die Kur muss, stehen sie auf der Matte: Familienpflegerinnen und Dorfhelferinnen sind vielfach Rettung in der Not. Mit den neuen Einschnitten im Gesundheitswesen wird ihr Stand erschwert: Die Familie muss ab 2004 für die meisten Leistungen zuzahlen. Lediglich für Einsätze infolge Schwangerschaft oder Geburt fällt auch künftig kein Eigenanteil an. Zwei Einsatzleiterinnen erklären in der Pressemitteilung der St. Elisabeth-Stiftung, was sich ändert. |
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Monika Assfalk und Adelheid Herbst, Einsatzleiterinnen der Familienpflege der Sozialstationen Weingarten, Bad Waldsee und Bad Saulgau, Hohentengen-Mengen-Scheer, Altshausen und Sigmaringen sehen die neuen Gesetze mit Sorge. Die beiden sind zentrale Einsatzleiterinnen für die Familienpflege/Dorfhilfe in den genannten Gebieten. |
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Die eher kurzfristigen Anforderungen kommen bei Operationen, Unfällen und akuten Erkrankungen. Aber auch längerfristige Einsätze, durch Krankheiten, wie Krebs, oder Behinderung sind an der Tagesordnung. Bisher haben die Krankenkassen die Unterstützung komplett bezahlt. Gerade längerfristige Einsätze gehen künftig richtig ins Geld. Trotz zahlreicher Briefe und Protestschreiben an das Gesundheitsministerium wurde die Familienpflege in den neuen Katalog der Zuzahlungen einbezogen: Pro Stunde müssen die Familien ab Januar zehn Prozent der Einsatzkosten oder maximal zehn Euro täglich selbst bezahlen. Die einzelne Arbeitsstunde kostet 24,69 Euro. Einzig erfreuliche Nachricht dabei: Die Haushaltshilfe für Einsätze infolge Schwangerschaft und Entbindung bleibt auch künftig zuzahlungsfrei! |
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Im Bereich der Sozialstationen Weingarten und Gute Beth Bad Waldsee gGmbH sind acht Familienhelferinnen, je zwei Dorfhelferinnen und Hauswirtschafterinnen beschäftigt. Zusammen haben sie im zurückliegenden Jahr rund 12.800 Einsatzstunden zum Wohl von Familien geleistet. Im Gebiet der Sozialstationen Bad Saulgau, St. Josef gGmbH Altshausen, Hohentengen-Mengen-Scheer und Sigmaringen waren neun Familienpflegerinnen und je zwei Dorfhelferinnen und Hauswirtschafterinnen 18.500 Stunden engagiert. |
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"Wenn wir eine Anforderung bekommen, nehmen wir den Fall sorgfältig auf und überlegen genau, wer für den Einsatz in Frage kommt", beschreibt Adelheid Herbst das Prozedere. Auch Hausbesuche der Einsatzleiterinnen sind manchmal nötig, um die Situation abzuklären. Nicht immer stoßen die von Ärzten bescheinigten Atteste für eine Haushaltshilfe bei Kassen und anderen Kostenträgern auf offene Ohren. Adelheid Herbst und Monika Assfalk diskutieren nicht selten mit den Kostenträgern, um im Sinne von "Hilfe zur Selbsthilfe" die optimale Unterstützung für die Familien herauszuholen. "Die meisten Familien sind froh über die Hilfe, aber auch froh, wenn sie's wieder alleine packen", weiß Monika Assfalk Daher werden die Einsätze so ausgedehnt wie nötig, aber auch so sparsam wie möglich gehalten. |
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Schule in Ravensburg |
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Die Unterstützung für Familien in Not gibt es schon seit vielen Jahren: Vor mehr als 40 Jahren wurden erstmals Dorfhelferinnen eingesetzt. Im Gegensatz zu den Familienpflegerinnen kümmern sie sich eher um den landwirtschaftlichen Haushalt. Die Familienpflegerinnen und Dorfhelferinnen werden in privaten oder staatlichen Schulen fit gemacht. In Ravensburg bietet die Edith-Stein-Schule einen zweijährigen Kurs an. Zahlreiche Teilnehmerinnen sind Wiedereinsteigerinnen. Wenn eine Bewerberin bereits Mutter ist und/oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringt, kann die Ausbildung verkürzt werden. Zum Unterricht gehört alles, was zum Management einer Familie und eines Haushalts erforderlich ist. Neben den praktischen Fähigkeiten sollten Interessierte auch psychologisches Geschick und Einfühlungsvermögen mitbringen. |
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Informationshinweis: Nähere Infos zur Familienpflege erhalten Interessierte bei Monika Assfalk, unter Telefon 0751 5605418, E-Mail: Claudia.Schnell@st.anna-hilfe.de oder Adelheid Herbst, Telefon 07581 3758, E-Mail familienpflege.slg@t-online.de sowie über die einzelnen Sozialstationen. Wer sich für die Ausbildung zur Familienpflegerin interessiert: Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege, Telefon 0751 368-201, E-Mail: edith-stein-schule@hls.rv.bw.schule.de. |
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Bildunterschrift: Familienpflegerin Sonja Stebich beim Einsatz in Bad Saulgau. Die Mutter ist akut erkrankt und braucht vorübergehend Unterstützung mit den Zwillingen. Foto: St. Elisabeth-Stiftung |