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Seit 20 Jahren Unterricht für junge Patienten im Kinderkrankenhaus St. Nikolaus in Ravensburg |
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Schule für Kranke unterstützt Genesung |
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RAVENSBURG (cf) - Im dritten Stock des Kinderkrankenhauses St. Nikolaus der Oberschwaben Klinik hat nicht nur der Klinik-Clown seinen Sitz, sondern auch die Schule für Kranke. Vor 20 Jahren wurde der Grundstein für die Schule im Kleinformat unter der Regie der Heggbacher Einrichtungen der St. Elisabeth-Stiftung gelegt. Zwei Lehrkräfte teilen sich derzeit das Deputat mit 26 Unterrichtsstunden pro Woche. |
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Das Oberschulamt Tübingen genehmigte am 1.8.1983 die "Private Sonderschule für Kranke am Kinderkrankenhaus St. Nikolaus in Ravensburg". Seither finanziert das Land die Schule für Kranke, die nach § 15 Schulgesetz zu den Sonderschulen zählt und deshalb der Schule St. Franziskus der Heggbacher Einrichtungen in Ingerkingen im Kreis Biberach zugeordnet ist. Der Unterricht in der Klinik-Schule steht allen schulpflichtigen Patienten des Kinderkrankenhauses, Kindern und Jugendlichen bis zu 16 Jahren, offen, unabhängig davon, welche Schulart sie ansonsten besuchen. |
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Wie schaffen es die zwei Lehrerinnen in verschiedenen Hauptfächern (Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen) fit zu sein? Neben einer Bibliothek mit aktuellen Schulbüchern knüpfen Elisabeth Müller, Grund- und Hauptschullehrerin mit früherer Lehrtätigkeit an der Realschule, und Ulla Sturm, Grund- und Hauptschullehrerin mit Unterrichtserfahrung an mehreren Sonderschularten, Kontakte zu den Klassenlehrern ihrer Patienten. Auch Klassenarbeiten und Schulaufgaben werden zwischen den Schulen per Mail oder Fax ausgetauscht. Auf diese Weise gelingt es nicht nur, die Unterrichtsausfälle zu kompensieren. Die Schüler müssen vielmehr keine Angst mehr haben, den Anschluss zu verpassen und werden ohne Stress schneller gesund. |
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Kinder und Jugendliche sind bei ihrem Krankenhausaufenthalt stets umgeben von Ärzten, Pflegepersonal und Besuchern. Thematisch dreht sich dabei fast immer alles um ihre Krankheit. Wer im Krankenhaus St. Nikolaus nicht im Bett bleiben muss, wird im "Klassenzimmer" unterrichtet. In dem Gruppenraum riecht es dank Tafel und Schulmöbeln so richtig nach Lernen. Hier können die Patienten - ungestört von Angehörigen und Personal - konzentrierter arbeiten. "Die Schule vermittelt in dieser Phase ein Stück wohltuende Normalität", unterstreicht Elisabeth Müller. Und noch ein Plus: Die Kliniklehrerinnen haben die Freiheit, den Unterricht durch Lernspiele, beispielsweise den Einsatz von "LÜK-Kästen", "Taschen-Quiz" oder "Mathe-Fix", aufzulockern. Ein Mädchen, das in der ersten Klasse an Diabetes erkrankte, lernte über den Aufenthalt im Krankenhaus zweierlei: Mit der Krankheit umzugehen und gleichzeitig, mit Hilfe von Lernspielen, den Umgang mit großen Zahlen, was für ihre Blutzuckerwerte hilfreich ist. "Wir haben im Krankenhaus nicht den Anspruch, den perfekten Lehrer zu verkörpern. Im Gegenteil: Gerade schwächere Schüler freuen sich, wenn sie mit uns ganz zwanglos und nett reden können", verrät Ulla Sturm. Im Einzelunterricht ergebe sich nicht selten die Chance, individuelle Lücken aufzudecken und sie zu ergänzen. |
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Unterricht am Vormittag |
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Montags bis freitags hat die Schule für Kranke von 8.30 bis 11 Uhr geöffnet. Über die Station werden die Patienten in Absprache mit dem Arzt zum Unterricht angemeldet. Die beiden Lehrerinnen stellen sich dem Schüler vor und bieten ihre Hilfe an. Die Eltern bringen nach Möglichkeit den Schulranzen und Materialien, zum Beispiel auch neue Arbeitsblätter und Aufgaben der Heimatklasse, mit. "Ziel unserer pädagogischen Hilfen ist es, dem kranken Kind den Klinikaufenthalt und die Rückkehr an die Schule zu erleichtern." Die Eltern brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass ihr Kind überfordert wird. Der Unterricht läuft individuell ab, berücksichtigt den körperlichen und seelischen Zustand des Schülers wie auch seine Leistungsfähigkeit und -bereitschaft in der Krankheit. Hausaufgaben gibt es demnach nur, wenn die gesundheitliche Verfassung es zulässt. |
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Die Geschäftsführung der Oberschwaben Klinik steht hinter dem ganzheitlichen Anspruch der Schule für Kranke. Der Chefarzt des Kinderkrankenhauses St. Nikolaus, Privatdozent Dr. Andreas Artlich: "Frau Sturm und Frau Müller sind wichtige Mitglieder des Teams der Kinder- und Jugendmedizin. Durch ihre pädagogische Einschätzung und die Kontaktaufnahme mit den Schulen wird in vielen Fällen eine optimale Unterstützung der Patienten und ihrer Familien erst möglich." |
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Informationshinweis: Nähere Infos zur Schule für Kranke erhalten Interessierte bei Elisabeth Müller und Ulla Sturm, Telefon 0751 8732-90. |
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Elisabeth Müller von der Schule für Kranke unterrichtet die kleine Patientin am Krankenbett. Foto: St. Elisabeth-Stiftung |