20.04.2000

Pressemitteilung

Sonderschule St. Franziskus in Ingerkingen erhält
Fördermittel für innovatives Kommunikationsprojekt

Ingerkingen – Für ihr innovatives und zukunftsweisendes Projekt, bei dem die Kommunikationsfähigkeit behinderter Schüler durch elektronische Hilfsmittel verbessert werden kann, erhält die Schule St. Franziskus für geistig behinderte Kinder jetzt 20.000 Mark Fördermittel der "Stiftung freie katholische Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart".

Seit gut zwei Jahren beschäftigt sich die Sonderschule der Heggbacher Einrichtungen in Ingerkingen intensiv mit der sogenannten Unterstützten Kommunikation. Diese Methode aus den USA soll den geistig behinderten Kindern ermöglichen, sich durch unterstütztes Lernen im breiten Feld der personenorientierten Verständigung besser mitteilen zu können. Denn rund 80 Prozent der 81 Schüler zwischen sechs und 23 Jahren, die in der Schule St. Franziskus gefördert werden, verfügen über eine unzureichende oder fehlende Lautsprache. "Die traditionelle Sprachtherapie reichte nicht mehr aus, wir mussten neue Wege der Kommunikation finden", sagt der Schulleiter Bernhard Buck.

Ergänzend zu körpereigenen Äußerungen wie Atemrhythmus, Lächeln, Augenbewegungen sowie zur Gebärdensprache mit Symbolen helfen bei der Unterstützten Kommunikation technische Kommunikationsgeräte den behinderten Kindern und Jugendlichen dabei, sich ihrer Umwelt verständlich machen zu können.

Da die elektronischen Kommunikationshilfen, die einem Computer ähnlich sind, sehr teuer sind, ermöglicht es jetzt die Finanzspritze aus dem Sonderschulfonds der Diözese, einen Teil der dringend benötigten Geräte für behinderte und autistische Kinder anzuschaffen. Per Tastendruck können die Schüler dann einfache Sätze bilden oder ihre Stimmungslage und Bedürfnisse äußern.

Die Finanzmittel, die die Schule St. Franziskus aufgrund des fachlich gut konzipierten, innovativen und zukunftsweisenden Projekts erhalten hat, dienen zudem der Lehrerfortbildung. Bei der Technik der Unterstützten Kommunikation geht es nicht nur darum, elektronische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, sondern auch um eine umfassende sonderpädagogisch-therapeutische Begleitung der kommunikativen Entwicklung nicht-sprechender Schüler.