09.05.2000
Pressemitteilung
Heggbacher Einrichtungen für Behinderte
weiht Neubau der Gärtnerei in Biberach ein
Biberach - Nach eineinhalbjähriger Bauzeit und Kosten von ca. 1,3 Millionen Mark wird der Neubau der Abteilung "Gärtnerei und Landschaftspflege" der Heggbacher Einrichtungen in der Rindenmooserstraße 25 in Biberach jetzt offiziell eingeweiht. Damit erhält der Gärtnerbereich der Werkstatt für Behinderte Biberach eine zentrale Außenstelle.
1993 erwarben die Franziskanerinnen von Reute als damaliger Träger der Heggbacher Einrichtungen für die Werkstatt für Behinderte in Biberach eine Gärtnerei in der Rindenmooserstraße 25, neben dem Stadtfriedhof. Ziel war es einerseits, behinderte Menschen in einer Gärtnerei zu beschäftigen und damit das Arbeitsangebot der Werkstatt für Behinderte zu erweitern. Denn in diesem Bereich gab es damals nur Arbeitsgruppen für Landschaftspflege. Andererseits wollte man für den gesamten Gärtnerbereich, der über verschiedene Standorte im Landkreis Biberach verteilt war, eine zentrale Außenstelle schaffen.
Klar war damals schon, dass für die 30 geistig behinderten Beschäftigten, die in der Abteilung "Gärtnerei und Landschaftspflege" arbeiten, noch entsprechende Sozialräume gebaut werden mussten, die nun endlich eingeweiht werden können.
Nach einem Antrag bei den zuständigen Zuschussgebern auf den Bau von Umkleide- und Sanitärräumen, eines Arbeitsraumes, Geräteraumes, Speiseraumes, Büros für die Gärtner und eines Carports für die Fahrzeuge, konnte im Juli 1998 mit dem Bau begonnen werden. Von den Gesamtkosten von knapp 1,3 Millionen Mark brachten die Heggbacher Einrichtungen rund 257.000 Mark als Eigenmittel auf. Der Rest finanziert sich zu 46 Prozent aus Zuschüssen des Bundesministeriums für Arbeit und des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) sowie zu 34 Prozent aus Darlehen des LWV und des Landesarbeitsamtes.
Durch den Neubau erhält die Gärtnerei eine andere Funktion. Mit der Fertigstellung konnten alle Gärtnergruppen an einem zentralen Ort zusammengelegt werden.
Die Gärtnerei wird so zum Ausgangspunkt für drei Landschaftspflegegruppen der Werkstatt für Behinderte, die von dort ihre Baustellen in und um Biberach anfahren. Auftraggeber sind u. a. das Jordanbad, die Stadt und der Landkreis Biberach sowie das staatliche Liegenschaftsamt.
Die Gärtnerei produziert je nach Saison Topfpflanzen, die an einen Großabnehmer, im Rahmen der Wechselbepflanzung der Landschaftspflege sowie an Privatleute vermarktet werden.
Gärtnerei an der Rindenmooserstraße 25 rüstet sich für die Zukunft - Neubau für die Gärtnerei ermöglicht besseren Privatkundenverkauf
Biberach – Mit dem Neubau der Gärtnerei an der Rindenmooserstraße 25 in Biberach rüstet sich die Werkstatt für Behinderte der Heggbacher Einrichtungen für die Zukunft. Durch die Zusammenlegung aller Gärtnergruppen an einem zentralen Standort ist eine flexiblere Betriebsführung in der Gärtnerei und der Landschaftspflege gewährleistet. Befestigt wurden im Zuge des Neubaus auch die Hofflächen, so dass Privatkunden die Gärtnerei bequem anfahren können.
Seit 1994 produziert die Gärtnergruppe der Heggbacher Einrichtungen für behinderte Menschen in der Gärtnerei an der Rindenmooserstraße Topfpflanzen und Stauden übers ganze Jahr hinweg. Derzeit werden jährlich zwischen 350.000 und 400.000 Pflanzen kultiviert. Der Großteil der Pflanzen wurde bislang von einem Großhändler abgenommen, der Rest an örtliche Blumengeschäfte und Gärtnereien verkauft.
"Künftig wollen wir auch den Privatverkauf verstärken", sagt Abteilungsleiter Erich Lehr. Dazu wurde als erster Schritt im Zuge des Neubaus der Hof gepflastert, um die Zufahrt zu erleichtern und Parkraum für die Kunden zu schaffen. Für die Zukunft plant die Werkstatt für Behinderte (WfB) einen Verkaufsraum und eine Erweiterung der Gewächshäuser um 2000 Quadratmeter.
Mit der Fertigstellung der neuen Sozialräume hat die Gärtnerei innerhalb der Werkstätten für Behinderte eine neue Funktion erhalten, weil nun auch die Landschaftspfleger an der Rindenmooserstraße 25 ihren zentralen Standort haben. Bislang waren die Gruppen teilweise im Jordanbad, teilweise in der WfB an der Saulgauer Straße angesiedelt. Jetzt arbeiten dort acht geistig behinderte Menschen in der Gärtnerei und 22 behinderte Menschen in der Landschaftspflege.
Im dem Neubau, der nach eineihalbjähriger Bauzeit und Kosten von 1,3 Millionen Mark bereits im November letzten Jahres fertiggestellt wurde und jetzt offiziell eingeweiht wird, sind ein Speisesaal für 45 Personen ebenso untergebracht wie Büros, Umkleideräume mit Schmutzschleuse und ein Arbeitsraum für Winterarbeitern. Integriert wurden ebenfalls ausreichende Lagerräume sowie ein Pflanzenschutz- und Düngemittelraum nach den neuesten berufsgenossenschaftlichen Vorschirften.
Das komplette Gebäude wird von der Gärtnerei aus mit Heizung und Warmwasser versorgt. Die Regelung wird vom zentralen Klimacomputer der Gärtnerei gesteuert.
Der Neubau ermöglicht es nun auch den drei Landschaftspflegegruppen mit insgesamt 22 behinderten Beschäftigten, von einem zentralen Standort aus zu ihren Einsatzorten zu fahren. Die meisten ihrer Aufträge sind Jahresaufträge, das heißt, dass die Landschaftspfleger Ausrecharbeiten und der Rasenpflege zum Ende des Winters, Hackdurchgänge im Sommer, Mäharbeiten und die Gestaltung der Anlagen mit Blumen aus eigener Produktion übernehmen.
Auftraggeber sind unter anderem das Landratsamt Biberach, das Krankenhaus Biberach, das staatliche Liegenschaftsamt Ulm, Boehringer-Ingelheim, oder das Bischof-Sproll-Bildungszentrum in Rissegg.
Arbeit fördert Selbständigkeit behinderter Menschen
Biberach - 30 behinderte Menschen zwischen 20 und 50 Jahren aus dem ganzen Landkreis Biberach arbeiten in der Gärtnerei und Landschaftspflege der Werkstatt für Behinderte in Biberach, die zu den Heggbacher Einrichtungen gehört. Sie haben dabei eine sinnvolle Beschäftigung, die ihnen viel Freude macht. Gleichzeitig fördert die Arbeit ihre Selbständigkeit.
"Die Menschen sehen bei der Gartenarbeit, wie sich ihr Produkt entwickelt", sagt Gärtnermeister Erich Lehr, der die Abteilung Gärtnerei und Landschaftspflege der Werkstatt für Behinderte in Biberach leitet. Immer wieder sieht er, dass die behinderten Beschäftigten das Wachsen der Pflanzen mit großer Freude beobachten. Vom Einpflanzen in die Töpfe über das Wachstum bis zum Verkauf im Balkonkasten – für die Beschäftigten baut sich dadurch ein direkter Bezug zu ihrem Produkt auf.
Auch für Landschaftspfleger bietet die Entwicklung in der Natur eine enge Verknüpfung mit ihrer Arbeit. Wenn sie im Frühjahr die Sträucher geschnitten haben, beobachten sie deren Wachstum im Jahreslauf mit großem Interesse.
Die geistig behinderten Menschen kommen aus dem ganzen Landkreis Biberach. Manche wohnen zu Hause bei den Eltern, andere in Wohnheimen und Wohngruppen der Heggbacher Einrichtungen, deren Träger die St. Elisabeth-Stiftung in Bad Waldsee ist, oder in Wohngruppen der Lebenshilfe. Einige leben selbständig in ihrer eigenen Wohnung.
Bevor behinderte Menschen in einer Werkstatt für Behinderte arbeiten können, werden sie zwei Jahre lang im Arbeitstrainingsbereich der Heggbacher Einrichtungen in Laupheim geschult und eignen sich dort Grundfertigkeiten an. Dann folgt ein Jahr Einarbeitung zum Beispiel in der Landschaftspflege, wo ein spezieller Förderplan, abgestimmt auf die Fähigkeiten der einzelnen Person, erstellt wird. So lernt der behinderte Mensch vieles, was für seine Alltagsarbeit wichtig ist: Unfallverhütung, Wartung der Maschinen, den fachlich richtigen Umgang mit unterschiedlichen Geräten.
Erstellt wird der Förderplan vom Gruppenleiter, vom Sozialdienst der jeweiligen Werkstatt für Behinderte und vom Psychologen von Heggbach.
Parallel zum Förderplan gibt es einen Plan zur Erwachsenenbildung. Dazu gehören zum Beispiel berufliche Fördermaßnahmen bei der Volkshochschule. Dort können sie zum Beispiel Lesen lernen, um später etwa eine Bedienungsanleitung zu verstehen.
Insgesamt wird durch die Arbeit die Selbständigkeit gefördert. Wenn es möglich ist, sollen sie die Uhr lesen oder allein Einkaufen gehen können. Zudem werden die behinderten Menschen auch sportlich gefördert. Gemeinsame Freizeitmaßnahmen wie Kegeln, Schwimmen oder Meditation gehören zum Förderplan.
Blumen für den Muttertag
Tag der offenen Tür in der Gärtnerei-WfB Biberach
Biberach – Am Samstag, den 13. Mai lädt die Gärtnerei der Werkstatt für Behinderte der Heggbacher Einrichtungen in Biberach die Öffentlichkeit von 9 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür mit Blumenverkauf für den Muttertag in die Rindenmooserstraße 25 in Biberach ein. Anlass ist die Einweihung des Neubaus für die Mitarbeiter der Abteilung "Gärtnerei und Landschaftspflege", die nun auch den Privatverkauf ihrer Pflanzen verstärkt.
Die Besucher können sich an diesem Tag mit Frühjahrsblumen eindecken. Rund 60 verschiedene Beet- und Balkonpflanzen und 30 verschiedenen Stauden stehen zur Auswahl. Als besonderes Präsent für den Muttertag stehen auch Topfpflanzen bereit.
Besucher können ebenfalls Gefäße und Balkonkästen mitbringen und diese kostenlos von den Mitarbeitern der Gärtnerei bepflanzen lassen. Zudem kann man sich in allen Fragen zu Topfpflanzen und Gartenpflege fachkundig beraten lassen. Interessierte können den Neubau besichtigen, informieren kann man sich auch an verschiedenen Informationsständen der Heggbacher Einrichtungen über Betreuung und Förderung behinderter Menschen. Präsentieren wird sich ebenfalls die St. Elisabeth-Stiftung als Träger der Heggbacher Einrichtungen, die Lebenshilfe sowie der Verein der Freunde und Förderer der Heggbacher Einrichtungen. Für Kinder gibt es ein Ratespiel und für das leibliche Wohl sorgt ab 11 Uhr der Mittagstisch. Nachmittags werden Kaffee und Kuchen angeboten.