06.07.2000
Pressemitteilung
Familienpflege:
Fünf kirchliche Sozialstationen kooperieren
Um ihre Dienste "Familienpflege und Dorfhilfe" aufrecht erhalten zu können und ein gutes fachliches und wirtschaftliches Arbeiten zu gewährleisten, haben jetzt fünf Sozialstationen in den Kreisen Ravensburg und Sigmaringen durch eine Kooperation ihre finanziellen Ressourcen und ihr Personal gebündelt.
Der neue Verbund der "Familienpflege und Dorfhilfe" wird unter der Trägerschaft von fünf Partnern gemeinsam geführt und finanziell getragen. Mit im Boot sitzen die katholische Sozialstation Bad Saulgau-Herbertingen, die St. Anna-Hilfe gGmbH Sozialstation Hohentengen-Mengen-Scheer sowie die Sozialstation Weingarten, die Sozialstation St. Josef Altshausen gGmbH sowie die Sozialstation Gute Beth Bad Waldsee gGmbH. Sie stellen gemeinsam ein Team von 16 Familienpflegerinnen, Dorfhelferinnen und Hauswirtschafterinnen, die von ihren zwei Einsatzleiterinnen, Monika Assfalk mit Sitz in Weingarten und Adelheid Herbst mit Sitz in Bad Saulgau im gesamten Gebiet dieser Sozialstationen zwischen Schussental, Bad Wurzach und Mengen eingesetzt werden.
Grund für die Kooperation war die defizitäre Situation des Familienpflegebereichs in jeder der fünf Sozialstationen. "Der Familienpflegesektor ist immer ein Zuschussbetrieb", sagte Anton König, Geschäftsführer der Sozialstation Bad Saulgau bei einem Pressegespräch. Auf Dauer hätte keine dieser Sozialstationen diesen Dienst langfristig aufrecht erhalten können, da Land und Kommunen schon seit Jahren keine Zuschüsse mehr bezahlen. "Jetzt rücken wir näher zusammen und bieten diesen Dienst gemeinsam an", meint Lothar Thomsen, Bereichsleiter ambulante Dienste der St. Anna-Hilfe der Stiftung Liebenau.
"Wir wollen dieses wichtige kirchliche Angebot für die Familien halten", sagte Klaus Stuhlmüller von der St. Elisabeth-Stiftung, der Geschäftsführer der Sozialstation St. Josef Altshausen gGmbH und der Sozialstation Gute Beth gGmbH in Bad Waldsee iSt. Deshalb habe man nach einer solidarischen Verbundlösung gesucht. Durch den Mitarbeiterinnen-Pool könne man das Personal flexibler und effizienter im gesamten Bereich der fünf Sozialstationen einsetzen und Synergieeffekte nutzen.
Für hilfebedürftige Familien sei es sehr wichtig, diesen Dienst weiterzuführen, sagten die beiden Einsatzleiterinnen, zumal die privaten ambulanten Pflegedienste keine Familienpflege im Verbreitungsgebiet der fünf Sozialstationen anböten. Häufig komme es vor, dass in einer Familie die Mutter durch längere Krankheit oder einen Krankenhausaufenthalt ausfalle. Wenn weder ein familiäres Hilfsnetz vorhanden ist und auch der Vater aus betrieblichen Gründen nicht so lange Urlaub nehmen kann, kann die Krankenkasse als Kostenträger die Hilfe einer Fachkraft genehmigen – vorausgesetzt, es lebt mindestens ein Kind unter zwölf Jahren in der Familie. In manchen Fällen können auch die Rentenversicherungsträger oder das Sozial- und Jugendamt die Kosten tragen.
Um die Familienpflege auch für die Zukunft zu sichern, müssten genügend Fachkräfte ausgebildet werden, sagte Adelheid HerbSt. Die Ausbildung zur Familienpflegerin könne auch bedonders für Frauen nach der Familienphase interessant sein. Das Gehalt sei mit dem von Krankenschwestern, Erzieherinnen und Altenpflegerinnen vergleichbar.
Info: Ansprechpartnerinnen sind: Adelheid Herbst, Sozialstation Bad Saulgau, Telefon 07581/3758 oder 07572/5477 und Monika Assfalk, Sozialstation Weingarten, Telefon 0751/5605418.
Christa Kohler-Jungwirth